Das ReSource Projekt

Wie wirkt sich mentales Training auf unser Wohlbefinden und das Gehirn aus? Das ReSource Projekt ist eine einzigartige weltweite Studie, die im Frühjahr 2013 beginnt und in Berlin und Leipzig durchgeführt wird. Die Leiterin Prof. Dr. Tania Singer stellte es im November 2012 in der Berliner Charité vor. Zur Zeit werden dafür  Probandinnen und Probanden gesucht.

Ziel ist, interessierte Laien mithilfe psychologischer und neurologischer Erkenntnisse sowie kontemplativer Methoden darin zu schulen, ihre Gesundheit und mentalen Kompetenzen zu verbessern, Stress zu reduzieren und Empathie zu erweitern – Fähigkeiten, die für unsere Alltagsbewältigung immer wichtiger werden.

Tania Singer ist Direktorin der Abteilung Soziale Neurowissenschaft am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig.

Mehr Informationen über das Projekt und Teilnahmemöglichkeiten unter:

http://www.resource-project.org

//

Vipassana

Vipassana – die  buddhistische Einsichtsmeditation – wird zur Zeit von westlichen Therapieschulen rezipiert und in ihr Methodenrepertoire integriert. Damit verbunden ist ein Wandel der Einstellung zu östlichen Meditations- und Achtsamkeitsmethoden. Bis vor kurzem ging man im Westen eher davon aus, dass die geistige Entwicklung von Menschen mit dem Erreichen eines stabilen Ego abgeschlossen ist. In den östlichen Traditionen meditativer Schulung hingegen folgt dem ein weiteres wichtiges Stadium geistiger Entwicklung – die Transformation des Ego.

Strebt die konventionelle Psychotherapie des Westens die Überwindung „krankhafter“ Abweichungen von einem angenommenen Normalzustand des Bewusstseins an, so sind die östlichen Bewusstseinsdisziplinen Methoden zur Veränderung und Transzendierung des Bewusstseins. Ziel ist nicht Anpassung, sondern die volle Ausschöpfung des menschlichen Potentials durch Achtsamkeit.

Vipassana, die buddhistische Einsichtsmeditation, ist eine aufdeckende Methode und nutzt Vorgehensweisen, die den therapeutischen in folgenden Punkten ähnlich sind:

  • Neutralität:  Die Aufmerksamkeit wird trainiert auf das Beobachten mentaler und physischer Geschehnisse. Reaktionen auf diese Wahrnehmungen werden selbst zum Gegenstand bloßer Aufmerksamkeit gemacht und weder unterdrückt noch verfolgt.
  • Zensurfreiheit:  Gedanken, Gefühle und Empfindungen dürfen ohne Unterscheidung oder Auswahl ins Bewusstsein treten.
  • Abstinenz:  Das Ziel ist Beobachtung und nicht die Befriedigung von Wünschen und Strebungen. Vipassana lehnt ein Ausagieren ab. Entwickelt werden kann so die Fähigkeit eines Bedürfnisaufschubes zugunsten von Einsicht und tieferem Verständnis.
  • Ein/e ZeugIn aufbauen. Meditierende werden angewiesen, „ZeugIn“ ihrer eigenen Erfahrung zu werden. Das hängt ab von der Fähigkeit des Ich, gleichzeitig Subjekt und Objekt seiner Erfahrung zu sein, also von der Fähigkeit, zurückzutreten und objektiv zu beobachten, was wir erleben, während wir es erleben.

Da Einsicht dauerhafte strukturelle Veränderungen in der Psyche auslöst,  wird diese Methode in der buddhistischen Tradition als das Element angesehen, was von Leiden befreit.

s. Christopher Germer, Ronald Siegel & Paul Fulton: Achtsamkeit in der Psychotherapie, 2009, Arbor Verlag, ISBN 978-3-936855-71-5